Hund mag keine Kauartikel

4 Gründe, warum dein Hund keine Kauartikel mag

Zugegeben, es ist selten, dass ein Hund keine Kauartikel und Knochen kaut, aber dennoch werden wir immer mal wieder gefragt, woran das wohl liegen kann, wenn ein Hund sie meidet.

Dass ein Hund nicht gerne Kausnacks kaut, kann viele Gründe haben und sollte tatsächlich nicht immer auf die leichte Schulter genommen werden.

Besonders dann, wenn dein Hund bisher immer gerne Kauartikel geknabbert hat und dann plötzlich jeden Kausnack verschmäht, sollte dir zu denken geben.

  1. Dein Hund ist eine faule Socke

Es gibt so Kandidaten, die möchten bitte sofort ein (Geschmacks-) Erlebnis haben und am liebsten alle Kausnacks sofort runter schlucken. Geht das nicht, weil der Kauartikel einfach zu groß ist, dann verlieren sie das Interesse und lassen den Kauartikel links liegen.

Einige Hunde meinen sogar den Snack verbuddeln zu müssen. Am liebsten im Garten oder, wenn kein Garten vorhanden ist, gerne auch in der Sofa-Ritze oder unter dem Kopfkissen von Frauchen.

Wir haben da schon die verrücktesten Verstecke gehört.

Das Verbuddeln seiner “Beute” ist ein Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen. Den Tagen des Wolfes – laaaange bevor dein Hund, dein Hund war, quasi.

Durch das Verstecken oder Verbuddeln schützt dein Hund seine Snacks vor “Fressfeinden” und hortet sie für schlechte Zeiten.

Mein erste Hündin Trixi hatte damals allerdings andere Pläne mit dem verbuddeln von Kauartikeln. Sie hat die Kausnacks immer ein paar Wochen lang im Garten unter der Erde “gären” lassen.

Besonders Rinderkopfhaut und Ohren werden so nämlich “knatschig weich” und können dann viel besser und ohne große Anstrengung verputzt werden.

Das Odeur solcher wieder ausgebuddelter Snacks ist ein ganz besonderes, ich erinnere mich mit Schrecken…

  1. Dein Hund ist zu unruhig für Kauartikel

Hört sich im ersten Moment komisch an, das stimmt. Aber dennoch ist das durchaus ein Grund, warum dein Hund keine Knochen kaut.

Stell’ dir mal einen nervösen Hund vor. Einen, der Herrchen und Frauchen auf Schritt und Tritt folgt. Einen, für den das vorbei segelnde Blatt am Fenster schon ein Grund ist auszurasten. Einen, der nie zur Ruhe kommt.

Siehst du ihn vor deinem inneren Auge? Gut.

Und jetzt stell´ dir vor, du musst diesem Hund erzählen: “Entspann´ dich, die Welt ist gut, bleib cool und putz´ dir die Zähne.”

Genau. Keine Chance.

Kannst du dieses Verhalten bei deinem Hund beobachten, dann ist professionelle Hilfe gefragt. Konditionierte Ruhe und Entspannung können deinem Hund helfen mit Stress (auch, wenn es selbstgemachter Stress ist) umzugehen.

Kauartikel können für diese Hunde wirklich tolle Helfer sein, aber dein Hund muss erst mal lernen, dass ihm knabbern, kauen und mümmeln an Kausnacks helfen.

  1. Aua-Zahnfleisch, also keine Kauartikel

Nicht immer sind es Zahnschmerzen, die deinen Hund davon abhalten an Snacks und Co. zu knabbern. Viel häufiger sehe ich in meiner Praxis für Ernährungstherapie Zahnfleischentzündungen bei Hunden, die unbehandelt bleiben.

Unbehandelt deswegen, weil sie Herrchen und Frauchen nicht wirklich auffallen und der Tierarzt viel zu oft kleine Entzündungen im Maul als harmlos abtut.

Minimale Entzündungen oder Reizungen des Zahnfleisches sind auch nicht wild, bedürfen selten einer Behandlung und verschwinden oft von selbst.

Damit du dir ein besseres Bild machen kannst, wie sich eine Reizung des Zahnfleisches anfühlt:

Schokokuss-Brötchen in der Schule damals. Du erinnerst dich?

Knuspriges Brötchen außen, leckerer dicker Schokokuss innen. Herzhaft reingebissen und “AUA…”  der Gaumen.

Dieses Schokokuss-Brötchen hast du mindestens noch 48 Stunden in Erinnerung, denn dein Gaumen ist gereizt.

Das Problem ist nun, wenn ich nicht weiß, dass mein Hund AUA Zahnfleisch hat, dann gehe ich nicht darauf ein und füttere fröhlich weiter Snacks und Knabberkram. Und dann kommt es irgendwann zu dem Punkt, wo der Hund die Kausnacks verweigert.

Die Reizungen wurden zu Entzündungen und Schmerzen.

Mein Tipp:

Klappe regelmäßig die Lefzen deines Hundes hoch und schau dir sein Zahnfleisch an. Zahnfleisch sollte immer zartrosa, feucht und glänzend sein.

Meine persönliche Abstufung von Zahnfleisch-Reizungen:

    • zartrosa, feucht und glänzend – alles fein
    • zartrosa, feucht und glänzend  + dunkelroter Kranz um den Zahn – gereiztes Zahnfleisch: pausiere mit Kausnacks für mindestens 3 Tage
    • blass, feucht und geschwollen = Zahnfleischentzündung = bitte befrage deine/n Tierheilpraktiker/in oder Tierarzt
  1. Aua-Zahn, noch weniger Lust auf Kauartikel

Zahnschmerzen sind (für mich) die schlimmsten Schmerzen und verderben einem wirklich die Lust auf Alles. Vor allem natürlich auf das Kauen von harten Snacks.

Mehr zum Thema findest du HIER

Diese 4 guten Gründe warum dein Hund keine Knochen kaut sind mir eingefallen. Fallen dir noch weitere Gründe ein, die ich in meiner Liste ergänzen kann? Dann schreib´ sie mir gerne in die Kommentare.

Lamm-Pansen

Lammpansen wird besonders wegen seinen vielen Vitaminen und Nährwerten geschätzt und von den Hunden wegen seines Geschmack geliebt. Getrockneter Pansen ist knusprig und leicht brösselig. Kleine, sowie junge Hunde, “kaufaule” und ältere Hunde lieben ihn deswegen.

Stefanie Werner – Ernährungstherapeutin für Hunde

Seit 2011 berät Steffi Hundehalter bei der Wahl der richtigen Fütterung ihres Hundes. Auch nach ihrem Studium zur Tierheilpraktikerin ist sie dem
Thema Hundeernährung treu geblieben, denn nur mit einer ausreichenden Versorgung aller wichtigen Nähr- und Vitalstoffen ist ein Organismus im Stande sich selbst zu gesunden.
Als Mit-Gründerin von Kausnack-Held.de und Initiatorin des Kausnack-Held Magazins versorgt sie dich regelmäßig mit Texten rund um die Hunde-Ernährung und Hunde-Gesundheit.

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